Dach

Wirtschaftlich und sicher den First gestalten

Wie der First eines Gebäudes ausgebildet wird, entfacht meist keine große Diskussion. Dabei machen die unterschiedlichen Konstruktionsmöglichkeiten nicht nur einen optischen, sondern auch einen finanziellen Unterschied. 

Endlich ist das Dach eingedeckt. Gerade im Neubaubereich signalisieren die fertigen Dachflächen: Es geht voran, der Einzug der Bewohner naht. Doch auf die Ausführung des Dachfirsts, des letzten Elements des Rohbaus, schauen die wenigsten Baubeteiligten ganz genau. Dabei erfüllt er eine überaus wichtige Aufgabe und lässt sich durchaus unterschiedlich gestalten. Die verschiedenen Varianten schlagen sich dann auch in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen nieder.

Was der First leistet

Der Dachfirst bzw. First markiert die höchste Stelle eines Hauses und damit auch des Dachs. Er verläuft waagerecht als Abschlusskante eines Satteldaches oder einer anderen ähnlichen Dachform. Der Dachfirst ist der Schnittpunkt der beiden Hauptdachflächen und hält, korrekt ausgeführt, Feuchtigkeit vom Dachinneren fern und sorgt für die Entlüftung der Dachflächen. Die speziellen Dachziegel bzw. Dachsteine, die den First abdecken, werden als Firstziegel oder Firststeine bezeichnet und sind in der Regel halbrund geformt. Sie überdecken den oberen Rand der Flächenziegel und sind somit das letzte Puzzlestück in einer dichten Dacheindeckung.

Verschiedene Möglichkeiten

Um das Dach konsequent vor Witterungseintrag zu schützen, gibt es unterschiedliche Konstruktionsmöglichkeiten, bei denen verschiedene Produkte zum Einsatz kommen. Der gemörtelte First war früher das Mittel der Wahl. Noch heute kann man ihn auf Altbauten mit bloßem Auge erkennen: In den Fugen zwischen den Ziegeln quillt der graue Mörtel hervor. Heute lässt sich dieses Detail schöner lösen. Doch die Wahl des Produkts beeinflusst maßgeblich die Kostenstruktur des Dachs. Daher gibt es hier zwei grundsätzlich unterschiedliche Ansätze. Eine Konstruktion mit einem Firstanschluss-Lüfterziegel (FALZ) ist sehr hochwertig, kommt im Geschosswohnungsbau und bei Sanierungen aber nicht immer zum Tragen, da er nicht nur die hochwertigere, sondern auch die teurere Lösung ist.

Durch seine spezielle Bauart garantiert dieser Firstkonstruktion einen der DIN-Norm entsprechenden Lüftungsquerschnitt. Darüber hinaus wertet der vollkeramische First das Dach in Funktion und Ästhetik sichtbar auf.  Doch hinsichtlich einer wirtschaftlichen Firstlösung wird oft eine Konstruktion mit Firstrolle realisiert, die „nur“ mit Firstziegeln abgedeckt werden muss.

DIN-gerechte Be- und Entlüftung

Dabei ist die aufwendige Konstruktion des Firsts kein Selbstzweck: Um Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen, müssen Steildächer belüftet werden. Eine freie Luftzirkulation ist aber nur gewährleistet, wenn die Luft, die an der Dachtraufe unter die Eindeckung strömt, am oberen Ende des Daches wieder entweichen kann. Das gewährleisten die sogenannten First- und Gratrollen.

Bezüglich der Firstausbildung macht die DIN 4108 präzise Vorgaben: Mindestens 200 cm2 muss der Lüftungsquerschnitt an der Traufe und 50cm2 am First betragen. Um eventuell auftretende Feuchtigkeit und sommerliche Hitze abzutransportieren, nutzt die Dachkonstruktion den Kamineffekt: Luft, die an der Traufseite in das Dach einströmt, muss oben am First wieder entweichen können. Bei einer unzureichenden Luftzirkulation ist die Gefahr von Feuchteschäden durch Tauwasserbildung in der Unterdachkonstruktion erheblich erhöht. Das kann zur Schimmelbildung führen. Eine ordnungsgemäße Hinterlüftung ist somit kein Luxus, sondern eine bauphysikalische Notwendigkeit.

Die bereits angesprochenen speziellen Firstanschluss-Lüfertziegel verfügen bei korrekter Ausführung über Lüftungsöffnungen, die durch die Kombination mit dem Firstziegel vor Witterungseintrag geschützt sind und durch die Luft zirkulieren kann. Einfach und sicher montiert wird die Firstabdeckung mit dem Firstfix-System. Es besteht aus Firstklammer, Firstklammerdraht und Klemmkrallen-Set und ermöglicht einen vollkeramischen Dachabschluss ohne Einsatz von Werkzeugen und ohne die Ausbildung einer Firstlatte.

Eine wirtschaftliche Alternative für den oberen Dachabschluss sind sogenannte First- und Gratrollen, die sich sowohl für Dacheindeckungen aus Ton als auch aus Beton eignen.

Installation in mehreren Schritten

Der Firstrolle kommt im Dachaufbau eine wichtige Rolle zu. Sie ist wasserabweisend, und durch ihre gewellte Form passt sie sich besonders gut denm Profil der Dachziegel an. Eine Firstrolle besteht grundsätzlich aus drei Teilen: dem Mittelteil, den beiden Randbereichen und den beiden Klebestreifen an der Unterseite der Rolle. In der Mitte der Firstrolle ist ein Gewebestreifen verarbeitet,  der die Grundfunktion der Rolle sicherstellt: Feuchtigkeit aus dem Dachstuhl zu transportieren. Dieser Luftaustausch führt Feuchtigkeit ab, die durch Regeneintrag oder Diffusion aus dem Inneren ders Gebäudes unter die Dachziegel-Ebene gelangt ist. Ist dieser Luftaustausch nicht möglich, wäre binnen kurzer Zeit Schimmel die Folge.

Damit die Firstrolle in Position bleibt, sind an beiden Seiten Klebestreifen angebracht. Sie sorgen dafür, dass diese sachgemäß und langfristig an den Dachziegeln haften bleibt. Mit der CreaRoll Alu und der CreaRoll PP bietet Creaton zwei hochwertige Firstbänder, wahlweise mit einem Mittelteil aus Voll-Aluminium mit Gewebe oder aus belastbarem und langlebigem Polypropylen (PP). Der Lüftungsquerschnitt der Crearoll PP in der Breite 220 mm ist etwas geringer, in der Breite 300 mm jedoch etwas höher als in der Alu-Variante. Beide Varianten sind in mehreren Farben, passend zur Dacheindeckung, erhältlich. Außerdem besitzt die Crearoll PP ein zusätzlich aufgebrachtes Nagelband zur einfachen Ausrichtung auf der Firstlatte und kommt durch seine hochwertige Verklebung ohne weitere Naht aus. Somit stellt sie eine besonders wirtschaftliche Firstlösung dar.

Der Dachfirst erfüllt er eine überaus wichtige Aufgabe und lässt sich durchaus unterschiedlich gestalten.

Um das Dach konsequent vor Witterungseintrag zu schützen,
gibt es unterschiedliche Konstruktionsmöglichkeiten.

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